Koreakirsche — die erste Ernte des Jahres
Sie blüht, wenn sonst noch fast nichts blüht, und trägt schon im Juni. Winterhart bis −35 °C, kompakt genug für jede Hecke — und es gibt sie in Rot und in Weiß.
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Botanisch eine echte Kirsche
Was ist die Koreakirsche?
Die Koreakirsche (Prunus tomentosa) ist eine echte Kirsche — aber eine, die als Strauch wächst statt als Baum. Im Englischen heißt sie Nanking cherry, nach der chinesischen Stadt; ihr natürliches Gebiet reicht von Nordchina über Korea bis in die Mongolei.
Tomentosa heißt „filzig“ und beschreibt die Blätter: fein behaart, matt, leicht runzelig. Zusammen mit dem dichten Wuchs macht sie das zu einem guten Heckengehölz — sie lässt sich schneiden und bleibt trotzdem fruchtbar.
Die Früchte sind kleine Steinfrüchte mit dünner Schale und saftigem, weichem Fleisch. Geschmacklich liegen sie zwischen Süß- und Sauerkirsche: süß-säuerlich mit klarer Kirschnote.

März und April
Sie blüht, bevor der Garten wach ist
Die Koreakirsche gehört zu den ersten Gehölzen, die im Jahr aufblühen — oft schon im März, deutlich vor Apfel, Birne und Süßkirsche. Der ganze Strauch überzieht sich mit weißen bis zartrosa Blüten, die direkt an den Trieben sitzen.
Für Insekten ist dieser Zeitpunkt der wertvollste im ganzen Jahr: Wildbienen und Hummelköniginnen starten ihre ersten Generationen und finden noch kaum Nahrung. Ein blühender Strauch dieser Größe ist dann eine ganze Tankstelle.
Für dich heißt es: Ernte ab Juni — die früheste Kirsche, die du pflanzen kannst.

'White Ninja'
Weiße Kirschen — der Trick gegen die Vögel
Amseln und Stare finden rote Früchte über die Farbe. Was nicht rot leuchtet, übersehen sie oft — genau darauf zielt 'White Ninja' ab: cremeweiße Kirschen, geschmacklich den roten ebenbürtig, aber deutlich seltener abgeräumt.
Die Früchte sind dazu größer als die der Wildform: 2 bis 2,5 Zentimeter, 5 bis 8 Gramm, saftig und mit mildem Säureprofil. Eine moderne osteuropäische Auslese, die genau auf Fruchtgröße und Geschmack selektiert wurde.
Nebenbei ist der Kontrast im Korb hübsch: Rot und Weiß nebeneinander sieht nach etwas aus, das man nicht kaufen kann.
Was du über die Koreakirsche wissen solltest
Die frühe Blüte ist Chance und Risiko zugleich. Wer im März blüht, kann in einem harten Jahr einen Spätfrost abbekommen. Die Koreakirsche blüht allerdings so massiv, dass meist genug Blüten durchkommen — und ihre Frosthärte gilt auch für die Knospen. Ein leicht geschützter Standort ist trotzdem die sicherere Wahl als die offene Ostlage.
'White Ninja' braucht einen Partner. Allein setzt sie kaum Früchte an. Es muss keine bestimmte Sorte sein — jede zweite Prunus tomentosa in der Nähe genügt, auch die Wildform. Wer nur eine Pflanze möchte, nimmt die Wildform: die trägt auch solo.
Die Früchte sind nichts für die Vorratskammer. Dünne Schale, weiches Fleisch — sie sind wunderbar frisch und werden im Kühlschrank innerhalb weniger Tage weich. Wer größere Mengen erntet, verarbeitet sie am selben Tag zu Gelee, Kompott oder Konfitüre, oder friert sie ein.
Unsere Empfehlung: Sonnig, durchlässiger Boden, kein Staunässe-Standort. Zwei Sträucher im Abstand von 1,5 bis 2 Metern — dann bestäuben sie sich gegenseitig und du erntest von Juni bis August. Schnitt nur zum Auslichten; sie fruchtet am mehrjährigen Holz.
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