Jujube — winterhart bis −25 °C, süß wie eine Dattel
In China seit über 4.000 Jahren kultiviert, bei uns fast unbekannt: ein genügsamer Kleinbaum, der Trockenheit wegsteckt, erst spät blüht — und knackige Früchte mit Honignote trägt.
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Botanisch eine Steinfrucht
Was ist die Jujube?
Die Jujube (Ziziphus jujuba) gehört zu den Kreuzdorngewächsen und stammt aus China, wo sie seit mehr als 4.000 Jahren angebaut wird. Ihre Früchte heißen dort hong zao — rote Dattel — obwohl sie mit der echten Dattelpalme nicht verwandt ist.
Botanisch ist sie eine Steinfrucht wie Kirsche oder Pflaume. Jung ist sie grün-gelb und knackt beim Hineinbeißen wie ein Apfel; voll ausgereift wird sie rotbraun, runzelig und schmeckt konzentriert süß mit Honignote — dann erinnert sie tatsächlich an eine Dattel. Beide Stadien sind essbar, es ist eine Frage des Geschmacks.
Der Baum bleibt mit 3–5 Metern klein, wächst leicht überhängend und färbt sich im Herbst goldgelb. Im Alter wird die Rinde tief gefurcht — eine Pflanze, die auch ohne Früchte Charakter hat.

Der unterschätzte Vorteil
Späte Blüte — und deshalb verlässlich
Die kleinen, sternförmigen Blüten öffnen sich erst im Mai und Juni, wenn die Spätfröste vorbei sind. Genau das ist bei uns der entscheidende Punkt: Aprikosen, Pfirsiche und Mandeln blühen im März und verlieren in manchen Jahren die komplette Ernte an eine einzige Frostnacht. Der Jujube passiert das nicht.
Die Blüten duften unauffällig süß und werden von Bienen gern angeflogen — für Insekten sind sie eine willkommene Tracht zu einer Zeit, in der die große Obstblüte schon vorbei ist.
Geerntet wird ab September bis in den Oktober, bei später Reife auch noch danach. Die Früchte hängen fest am Baum und lassen sich nach und nach pflücken.
Was du über die Jujube wissen solltest
Der Winter ist ihr geringstes Problem. Mit rund −25 °C gehört die Jujube zu den frosthärtesten Exoten, die wir führen — härter als Feige, Granatapfel oder Olive. Nur in den ersten Jahren, solange der Baum jung ist, lohnt ein leichter Winterschutz am Stamm.
Aber sie will Sommerwärme. Das ist die eigentliche Bedingung. Die Jujube stammt aus Regionen mit langen, heißen Sommern, und genau die braucht sie für den Fruchtansatz. Aus kühlen, verregneten Sommern wird berichtet, dass die Blüten schlicht abfallen, ohne Früchte anzusetzen — der Baum bleibt gesund, die Ernte fällt aus. In einem warmen Jahr an einer Südwand oder in einer Weinbaulage sieht das völlig anders aus.
Und sie reift spät. Die Ernte zieht sich von September bis in den Oktober, in kühleren Jahren auch länger. Wird der Herbst früh nass und kalt, reifen nicht alle Früchte vollständig aus. Frisch essbar sind sie trotzdem — nur die volle Dattelsüße entsteht erst mit Wärme und Zeit.
Unsere Empfehlung: Die wärmste Stelle im Garten — Südwand, Innenhof, geschützte Hanglage — und ein durchlässiger, eher magerer Boden. Wer kühler wohnt, hält sie im Kübel und stellt sie im Sommer an die Hauswand. Der Baum selbst hält bei uns problemlos durch; es geht allein um die Frage, wie zuverlässig er trägt.

Frisch, getrocknet, als Tee
Was man mit Jujuben macht
Frisch vom Baum schmecken sie wie eine Mischung aus Apfel und Birne — knackig, saftig, mild süß. So isst man sie in China als Snack, mitsamt der dünnen Schale; nur der kleine Kern bleibt übrig.
Getrocknet werden sie zur eigentlichen „roten Dattel“: Das Fruchtfleisch konzentriert sich, die Süße wird tief und karamellig. Getrocknete Jujuben halten monatelang und sind in ganz Ostasien ein Vorratsklassiker — pur, in Gebäck oder in herzhaften Suppen.
Als Tee übergießt man ein paar getrocknete Früchte mit heißem Wasser — ein milder, süßlicher Aufguss, der traditionell abends getrunken wird. Die Früchte liefern dabei Vitamin C, Kalium und Polyphenole.
Weitere besondere Obstbäume
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