Süßkirschen — und die meisten brauchen keinen Partner
'Sunburst', 'Lapins' und 'Stella' sind selbstfruchtbar: ein Baum, volle Ernte. Dazu 'Regina' und 'Kordia', die Klassiker für den großen Garten. Jede in drei Baumformen.
Welche Baumform passt zu deinem Garten?
Es ist derselbe Kirschbaum auf derselben Sorte — nur unterschiedlich hoch veredelt. Das entscheidet, wie groß der Baum wird, wie viel er trägt und wie du an die Früchte kommst.
Auf schwachwachsender Unterlage veredelt, für den Kübel ab 40–60 Litern oder das kleine Beet. Alles in Reichweite — ernten, schneiden, ausdünnen ohne Leiter.
Die Krone setzt tief an, der Baum bleibt bei etwa 2 bis 4 Metern. Man kommt überall heran und hat trotzdem einen richtigen Baum. Fast immer die richtige Wahl.
Ein durchgehender Stamm, darauf die große Krone. Braucht Platz, liefert dafür den höchsten Ertrag — und in zehn Jahren einen Baum, unter dem man sitzen kann.
Kirschen wachsen von Natur aus stark. Beim Halbstamm entsteht in wenigen Jahren ein großer Baum — wer die Ernte in Reichweite behalten will, fährt mit Buschbaum oder Terrassenobst besser.
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Fünf Sorten, zwei Gruppen
Welche Süßkirsche passt zu dir?
Die selbstfruchtbaren: 'Sunburst' (kanadisch, große dunkelrote Früchte, süß mit feiner Würze), 'Lapins' (fest, platzfest, sehr ertragreich) und 'Stella' (die erste selbstfruchtbare Süßkirsche überhaupt). Alle drei tragen als Einzelbaum.
Die Klassiker mit Bestäuber: 'Regina' gilt vielen Erwerbsanbauern als die beste Tafelkirsche — sehr fest, sehr platzfest, spät reifend. 'Kordia' ist die dunkelste und aromatischste von allen, fast schwarz bei Vollreife.
Dazu 'Dönissens Gelbe', eine gelbe Knorpelkirsche — von Vögeln deutlich seltener geplündert, weil ihnen das Rot als Signal fehlt.

April
Die Blüte, die den Frühling ankündigt
Die Süßkirsche blüht im April, oft als erster großer Baum im Garten, und bietet Bienen und Hummeln eines der reichsten Nahrungsangebote des Jahres.
Der frühe Termin bringt ein mittleres Spätfrostrisiko mit sich. In ausgesprochenen Frostlagen lohnt ein Standort, der nicht nach Osten offen liegt — schnelles Auftauen in der Morgensonne schadet erfrorenen Blüten mehr als der Frost selbst.
Wer 'Regina' oder 'Kordia' pflanzt, braucht eine zweite Sorte in der Nähe. Praktischerweise passen die selbstfruchtbaren 'Lapins' und 'Sunburst' als Partner — sie bestäuben mit und tragen selbst.
Zwei Dinge, die bei Kirschen dazugehören
Die Vögel kommen. Reife Kirschen sind für Amseln und Stare das attraktivste Ziel im ganzen Garten, und ein großer Baum lässt sich nicht sinnvoll abdecken. Wer die Ernte sichern will, hält den Baum klein (Terrassenobst oder Buschbaum) und wirft ein Netz drüber. Oder pflanzt 'Dönissens Gelbe' — gelbe Kirschen werden deutlich seltener geplündert.
Regen kurz vor der Ernte kann Früchte platzen lassen. Die Frucht nimmt Wasser über die Schale auf und reißt auf. Moderne Sorten sind darauf gezüchtet: 'Lapins', 'Sunburst' und 'Regina' gelten als ausgesprochen platzfest, alte Sorten deutlich weniger. Ganz ausschließen lässt es sich nicht.
Und sie wollen Schnitt. Kirschen tragen am mehrjährigen Holz und vergreisen ohne Pflege — der Ertrag wandert dann nach außen und nach oben. Ein Schnitt direkt nach der Ernte (nicht im Winter, dann bluten sie) hält den Baum in Form und in Reichweite.
Unsere Empfehlung: Für den normalen Hausgarten 'Sunburst' oder 'Lapins' als Buschbaum — selbstfruchtbar, platzfest, in Reichweite. Sonnig, durchlässiger Boden, keine Staunässe. Wer Platz für zwei hat, ergänzt 'Regina' oder 'Kordia' und erntet dann über einen Monat.
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