Holunder — Blütenpracht, Heilpflanze und Vogelparadies
Großfrüchtige Edelsorten sowie die heimische Wildform und der seltene Rote Holunder. Selbstfruchtbar, robust und seit Jahrhunderten das wertvollste Wildgehölz im Bauerngarten.
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Eines der ältesten Kulturgehölze Europas
Was ist eigentlich der Holunder?
Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse und ist in ganz Europa, Nordafrika und Vorderasien heimisch. Schon in der Jungsteinzeit wurden Holunderbeeren in unseren Breiten genutzt — kaum eine andere Pflanze hat eine vergleichbar lange Kulturgeschichte.
Die heutigen großfrüchtigen Edelsorten sind keine reinen Wildtypen: Im 20. Jahrhundert entstanden vor allem in Dänemark und Österreich (Versuchsstation Haidegg in der Steiermark) systematische Züchtungen mit deutlich größeren Dolden und Beeren. Klassiker wie Riese aus Voßloch, Haidegg 13 und Haidegg 17 liefern Erträge, von denen die Wildform weit entfernt ist.
Daneben gibt es den Roten Holunder (Sambucus racemosa) — eine eigene Art, die als Bergpflanze in Höhenlagen heimisch ist. Seine leuchtend roten Beeren reifen schon im Juli und sind bei richtiger Verarbeitung (Samen entfernen!) eine seltene Delikatesse für Saft und Gelee.
Wichtiger Hinweis: Rohe Holunderbeeren sowie Blätter, Rinde und unreife Früchte enthalten das Glykosid Sambunigrin und können Übelkeit verursachen. Durch Erhitzen über 80 °C wird der Stoff vollständig zerstört — gekochte Beeren und Säfte sind völlig unbedenklich. Die Blüten können bedenkenlos roh verwendet werden (Hugo, Sirup, Pancakes).
Holunder ist selbstfruchtbar und blüht erst spät im Mai/Juni. Eine einzelne Pflanze reicht für eine zuverlässige Ernte.
Die ganze Holunder-Vielfalt — Edelsorten, Wildform & Roter Holunder
Großfrüchtige Edel-Selektionen wie Riese aus Voßloch und Haidegg 13/17 für reichen Ertrag, die heimische Wildform für den Naturgarten und Vogelfütterung, plus der seltene Rote Holunder. Robust, selbstfruchtbar und Ernte ab dem 2.–3. Standjahr an.
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Drei Welten in einer Pflanze
Heilpflanze, Edelfrucht und Mythenstrauch
Die Apotheke des Bauerngartens. Holunderblüten-Tee bei Fieber und Erkältung, Beerensaft als Immunbooster — Volksheilmittel seit Jahrtausenden. Die Wirkung ist heute wissenschaftlich bestätigt: Anthocyane und Flavonoide wirken antiviral und entzündungshemmend, kommerzielle Erkältungspräparate wie Sambucol basieren direkt auf Holunderbeer-Extrakt. Studien zeigen verkürzte Grippe-Verläufe.
In der Küche. Wenige Pflanzen sind so vielseitig: Hugo, Holunderblütensirup, Pancakes mit gebackenen Dolden, Fliederbeersuppe (skandinavischer Klassiker), Holunder-Likör, Saft, Gelee, Chutney, Sorbet, Wildbegleiter. Die Beere passt ebenso zu Käse, Wild und dunkler Schokolade wie zu fruchtigen Desserts.
Mythos und Kulturgeschichte. Im germanischen Glauben wohnte die Göttin Frau Holle im Holunderbusch — vor einem Holunder zog man den Hut, niemals wurde er gefällt. Als Hütepflanze des Bauernhofs schützte er Mensch und Vieh. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert war er die Apotheke der einfachen Leute.
Für das Ökosystem. Holunder ist eine Schlüsselpflanze: Die späten Mai/Juni-Blüten füttern Bienen und Schwebfliegen, wenn die Obstblüte längst vorbei ist. Über 60 Vogelarten fressen die Beeren — von Amsel und Mönchsgrasmücke bis zum seltenen Pirol. Das dichte Astwerk bietet sichere Nistplätze.
Kein anderes heimisches Wildgehölz hat eine vergleichbare kulturelle, kulinarische und ökologische Tiefe.
Leidenschaft für Pflanzen
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Wir sind überzeugt: Es gibt keinen echten Mangel. Nur ungenutztes Potenzial und verlorenes Wissen. Wir haben selbst erlebt, wie aus ausgelaugten Böden wieder fruchtbare, artenreiche Lebensräume entstehen — produktiv, widerstandsfähig und voller Leben.
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