Pimpernuss: heimische Nuss mit Pistazien-Aroma
Weiße, duftende Blütenrispen im Mai, im Herbst aufgeblasene Fruchtkapseln, in denen die Samen klappern. Ein seltenes Wildgehölz für Garten und Hecke, winterhart bis −25 °C.
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Gemeine oder Kolchische Pimpernuss?
Beide sind robuste Großsträucher mit duftender Blüte und den typischen aufgeblasenen Kapseln. Den Unterschied machen Standort, Blüte und Ernte.

Herkunft & Botanik
Was ist die Pimpernuss?
Die Gemeine Pimpernuss (Staphylea pinnata) ist ein heimischer Großstrauch. Sie wächst natürlich in lichten Laubwäldern, Schluchten und an Waldrändern, vor allem im Süden Deutschlands und in Österreich. Sie wird 3 bis 5 m hoch und fühlt sich im Halbschatten wohl.
Ihre Verwandte, die Kolchische Pimpernuss (Staphylea colchica), stammt aus dem Kaukasus. Sie wird mit 4 bis 6 m etwas größer, trägt noch größere Blüten und verträgt mehr Sonne.
Beide bilden nach der Blüte die typischen aufgeblasenen, pergamentartigen Kapseln, in denen glänzend braune Samen reifen.
Die Pimpernuss auf einen Blick

Ernte & Genuss
Pistazie aus dem eigenen Garten
Die Samen der Gemeinen Pimpernuss sind essbar. Sie sehen aus wie kleine Haselnüsse und schmecken, vor allem geröstet, nach Pistazie. Früher wurden sie genascht, als Glücksbringer getragen und zu Likör verarbeitet. Im Bayerischen Wald gibt es bis heute Pimpernusslikör.
Geerntet wird im September und Oktober, wenn die Kapseln trocken und bräunlich sind. Genieße die Samen in kleinen Mengen: Sie sind eine Rarität zum Naschen, keine Nuss für die Vorratskammer.
Bei der Kolchischen Pimpernuss steht die Blüte im Vordergrund. In Georgien werden ihre Blütenknospen eingelegt und als Gemüse gegessen.

Mai bis Juni
Duftende Blütenglöckchen
Im Mai öffnen sich hängende Rispen aus weißen, glockenförmigen Blüten mit zartem Duft. Besonders die Gemeine Pimpernuss ist dabei eine gute Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln.
Die Kolchische Pimpernuss trägt noch größere, besonders auffällige Blüten. Danach schmücken die hellgrünen, später bräunlichen Kapseln den Strauch bis in den Herbst.

Geschichte
Warum sie Pimpernuss heißt
Der Name kommt vom alten Wort pimpern oder pümpern, also klappern. Sind die Samen reif, klappern sie in der trockenen Kapsel. Daher auch die Namen Klappernuss und Blasennuss.
Seit der Bronzezeit wurden die glänzenden Samen als Perlen auf Ketten gefädelt. Später fertigte man daraus Rosenkränze, im Bayerischen Wald heißt die Pimpernuss deshalb bis heute Rosenkranzstrauch oder Beterl.
In Schlesien galten Kapseln mit sechs oder mehr Samen als Glücksnüsse. Ein Samen im Geldbeutel sollte dafür sorgen, dass er nie leer wird.
Eine Pimpernuss in vier Bildern




So gedeiht deine Pimpernuss
Halbschatten mag sie am liebsten. Die Gemeine Pimpernuss kommt aus dem Wald und steht gern im lichten Schatten größerer Gehölze. Die Kolchische verträgt auch Sonne.
Humoser, frischer Boden. Locker, nicht zu trocken und gern kalkhaltig. Staunässe mag sie nicht.
Kaum Schnitt nötig. Sie wächst von allein zu einem lockeren, schönen Großstrauch. Ein gelegentliches Auslichten genügt.
Die Gemeine Pimpernuss bildet Ausläufer. So entsteht mit der Zeit ein kleines Gehölz. Die Kolchische wächst kompakter und gedeiht auch im Kübel ab 30 bis 40 Litern.
Unsere Empfehlung: Für Ernte und Fruchtansatz pflanzt du beide zusammen: die Gemeine für die Samen, die Kolchische für die große Blüte. Jetzt im Herbst ist die ideale Pflanzzeit.
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