Schlehen: heimisches Wildobst für Likör, Gelee und die Vogelhecke
Im März ein weißes Blütenmeer, im Herbst blau bereifte Früchte. Unsere Sorten tragen größere und aromatischere Früchte als die wilde Schlehe und bilden eine dichte, lebendige Hecke.
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Herkunft & Botanik
Was ist die Schlehe?
Die Schlehe (Prunus spinosa), auch Schwarzdorn genannt, ist ein heimischer Wildstrauch und eine nahe Verwandte der Pflaume. Sie wächst an Waldrändern, Feldrainen und in Hecken, oft auf mageren, trockenen Böden, auf denen kaum etwas anderes gedeiht.
Ihre kleinen, blau bereiften Steinfrüchte reifen im September und Oktober. Roh schmecken sie stark herb, weil sie viele Gerbstoffe enthalten. Nach den ersten Frostnächten werden sie milder. Wer nicht warten will, legt die geernteten Früchte ein paar Tage ins Gefrierfach.
Unsere Sorten sind Auslesen aus Deutschland und Österreich, etwa 'Rossatz' aus der Wachau oder 'Wienerwald'. Sie tragen größere Früchte mit mehr Zucker und weniger Herbe als die wilde Schlehe.
Die Schlehe auf einen Blick

Ernte & Küche
Schlehenlikör, Gelee und Wildfruchtsaft
Schlehen sind Früchte zum Verarbeiten. Der Klassiker ist der Schlehenlikör, dazu kommen Gelee, Marmelade, Saft und Schlehenwein. 'Merzig' bringt es auf rund 135 Grad Oechsle und hat damit reichlich Zucker für feine Liköre.
Die Früchte enthalten viele Gerbstoffe, Fruchtsäuren und Anthocyane, die für die tiefblaue Farbe sorgen. Die Steine verarbeitest du nicht mit: Entweder ganz lassen und abseihen oder vorher entsteinen.

Für Insekten und Vögel
Ein Strauch, an dem immer etwas los ist
Im März und April ist die Schlehe eine der ersten großen Nahrungsquellen für Honig- und Wildbienen. Ihr Pollenangebot ist hoch, und weil sie vor dem Laub blüht, ist sie für Insekten weithin sichtbar.
Im Sommer bietet das dornige Dickicht Vögeln sichere Brutplätze, im Herbst und Winter hängen die Früchte lange am Strauch. Eine Schlehenhecke ist damit einer der wertvollsten Lebensräume, die du im Garten anlegen kannst.

Geschichte
Ein Strauch mit 5000 Jahren Geschichte
Die Schlehe begleitet den Menschen seit der Steinzeit. Ötzi, der Mann aus dem Eis, hatte Schlehen in seinem Vorratsbeutel. Im Pfahlbaudorf Sipplingen am Bodensee fanden Archäologen durchbohrte Schlehenkerne aus der Zeit um 3300 vor Christus, die als Kette getragen wurden.
Ihren zweiten Namen Schwarzdorn verdankt sie der dunklen Rinde und den spitzen Dornen. Im Volksglauben galt sie als Schutz: In der Walpurgisnacht nagelte man Schlehenzweige an die Stalltür, um Hexen fernzuhalten. Und trug die Hecke besonders viele Früchte, erwartete man einen strengen Winter.
Bis heute gehören Schlehenlikör, Schlehenwein und Schlehengelee zu den Traditionen vieler Regionen, vom Rheinland bis nach Österreich.
Eine Schlehenhecke in vier Bildern




Die Schlehe ist ein echter Wildstrauch
Sie bildet Ausläufer. In der Hecke ist das gewollt, weil sie so schnell dicht wird. Im Beet setzt du eine Wurzelsperre oder stichst die Ausläufer regelmäßig ab.
Sie hat Dornen. Daher der Name Schwarzdorn. Einige unserer Sorten sind schwächer bedornt als die Wildform, beim Schnitt und bei der Ernte helfen trotzdem Handschuhe.
Sie gehört ins Freie. Für den Kübel eignet sich die Schlehe nicht. Dafür wächst sie in Sonne und Halbschatten und kommt auch mit trockenem, kargem Boden zurecht.
Als Hecke mit Abstand pflanzen. Plane 1,5 bis 2 m zwischen den Pflanzen ein. Die Ausläufer füllen die Lücken in wenigen Jahren.
Unsere Empfehlung: Für eine fruchtbare Hecke kombinierst du zwei oder drei unserer Sorten. Jetzt im Herbst ist die beste Pflanzzeit, dann blüht die Hecke schon im ersten Frühjahr.
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