Prunus spinosa · Schwarzdorn

Schlehen: heimisches Wildobst für Likör, Gelee und die Vogelhecke

Im März ein weißes Blütenmeer, im Herbst blau bereifte Früchte. Unsere Sorten tragen größere und aromatischere Früchte als die wilde Schlehe und bilden eine dichte, lebendige Hecke.

Selbstfruchtbar, zu zweit ertragreicher

'Merzig', 'Reto', 'Godenhaus', 'Rossatz' und 'Wienerwald' tragen auch allein. Stehen zwei Sorten zusammen, was in einer Hecke ohnehin der Fall ist, fällt der Fruchtansatz meist deutlich reicher aus. Alle fünf sind Auslesen mit größeren, besser verwertbaren Früchten als die wilde Schlehe.

6 Produkte

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Bienenweide im März

Eine der ersten Blüten im Jahr, noch vor dem Laub. Bienen, Hummeln und frühe Schmetterlinge finden hier Nahrung.

Extrem winterhart

Bis −25 °C, dazu unempfindlich gegen Wind, Trockenheit und magere Böden.

Größere Früchte als die Wildform

Ausgelesene Sorten mit bis zu 1,5 cm großen Früchten und viel Aroma, ideal zum Verarbeiten.

Lebendige Vogelhecke

Das dichte, dornige Geäst bietet Vögeln Schutz und sichere Nistplätze.

März bis April

Wenn die Hecke weiß wird

Die Schlehe blüht, bevor sie ihre Blätter treibt. Für ein paar Wochen steht die ganze Hecke in Weiß, und Bienen, Hummeln und die ersten Schmetterlinge sind sofort da.

Herkunft & Botanik

Was ist die Schlehe?

Die Schlehe (Prunus spinosa), auch Schwarzdorn genannt, ist ein heimischer Wildstrauch und eine nahe Verwandte der Pflaume. Sie wächst an Waldrändern, Feldrainen und in Hecken, oft auf mageren, trockenen Böden, auf denen kaum etwas anderes gedeiht.

Ihre kleinen, blau bereiften Steinfrüchte reifen im September und Oktober. Roh schmecken sie stark herb, weil sie viele Gerbstoffe enthalten. Nach den ersten Frostnächten werden sie milder. Wer nicht warten will, legt die geernteten Früchte ein paar Tage ins Gefrierfach.

Unsere Sorten sind Auslesen aus Deutschland und Österreich, etwa 'Rossatz' aus der Wachau oder 'Wienerwald'. Sie tragen größere Früchte mit mehr Zucker und weniger Herbe als die wilde Schlehe.

Steckbrief

Die Schlehe auf einen Blick

Wuchs
2 bis 4 m
dichter, aufrechter Strauch
Blüte
März bis April
weiß, noch vor dem Laub
Ernte
September bis Oktober
nach dem ersten Frost milder
Winterhärte
bis −25 °C
'Godenhaus' bis −30 °C
Standort
Sonne bis Halbschatten
verträgt Wind und Trockenheit
Boden
trocken bis frisch
auch kalkhaltig und mager
Bestäubung
selbstfruchtbar
zu zweit deutlich mehr Früchte
Für Insekten
sehr wertvoll
wichtige frühe Pollenquelle

Ernte & Küche

Schlehenlikör, Gelee und Wildfruchtsaft

Schlehen sind Früchte zum Verarbeiten. Der Klassiker ist der Schlehenlikör, dazu kommen Gelee, Marmelade, Saft und Schlehenwein. 'Merzig' bringt es auf rund 135 Grad Oechsle und hat damit reichlich Zucker für feine Liköre.

Die Früchte enthalten viele Gerbstoffe, Fruchtsäuren und Anthocyane, die für die tiefblaue Farbe sorgen. Die Steine verarbeitest du nicht mit: Entweder ganz lassen und abseihen oder vorher entsteinen.

Für Insekten und Vögel

Ein Strauch, an dem immer etwas los ist

Im März und April ist die Schlehe eine der ersten großen Nahrungsquellen für Honig- und Wildbienen. Ihr Pollenangebot ist hoch, und weil sie vor dem Laub blüht, ist sie für Insekten weithin sichtbar.

Im Sommer bietet das dornige Dickicht Vögeln sichere Brutplätze, im Herbst und Winter hängen die Früchte lange am Strauch. Eine Schlehenhecke ist damit einer der wertvollsten Lebensräume, die du im Garten anlegen kannst.

Geschichte

Ein Strauch mit 5000 Jahren Geschichte

Die Schlehe begleitet den Menschen seit der Steinzeit. Ötzi, der Mann aus dem Eis, hatte Schlehen in seinem Vorratsbeutel. Im Pfahlbaudorf Sipplingen am Bodensee fanden Archäologen durchbohrte Schlehenkerne aus der Zeit um 3300 vor Christus, die als Kette getragen wurden.

Ihren zweiten Namen Schwarzdorn verdankt sie der dunklen Rinde und den spitzen Dornen. Im Volksglauben galt sie als Schutz: In der Walpurgisnacht nagelte man Schlehenzweige an die Stalltür, um Hexen fernzuhalten. Und trug die Hecke besonders viele Früchte, erwartete man einen strengen Winter.

Bis heute gehören Schlehenlikör, Schlehenwein und Schlehengelee zu den Traditionen vieler Regionen, vom Rheinland bis nach Österreich.

Durch das Jahr

Eine Schlehenhecke in vier Bildern

März: Die ersten Falter finden in der Blüte Nahrung.
März: Die ersten Falter finden in der Blüte Nahrung.
April: Die Zweige sind dicht mit weißen Blüten besetzt.
April: Die Zweige sind dicht mit weißen Blüten besetzt.
Oktober: Erntezeit, am besten nach den ersten Frostnächten.
Oktober: Erntezeit, am besten nach den ersten Frostnächten.
Winter: Schlehenlikör, ein Klassiker zum Verschenken.
Winter: Schlehenlikör, ein Klassiker zum Verschenken.
Was du wissen solltest

Die Schlehe ist ein echter Wildstrauch

Sie bildet Ausläufer. In der Hecke ist das gewollt, weil sie so schnell dicht wird. Im Beet setzt du eine Wurzelsperre oder stichst die Ausläufer regelmäßig ab.

Sie hat Dornen. Daher der Name Schwarzdorn. Einige unserer Sorten sind schwächer bedornt als die Wildform, beim Schnitt und bei der Ernte helfen trotzdem Handschuhe.

Sie gehört ins Freie. Für den Kübel eignet sich die Schlehe nicht. Dafür wächst sie in Sonne und Halbschatten und kommt auch mit trockenem, kargem Boden zurecht.

Als Hecke mit Abstand pflanzen. Plane 1,5 bis 2 m zwischen den Pflanzen ein. Die Ausläufer füllen die Lücken in wenigen Jahren.

Unsere Empfehlung: Für eine fruchtbare Hecke kombinierst du zwei oder drei unserer Sorten. Jetzt im Herbst ist die beste Pflanzzeit, dann blüht die Hecke schon im ersten Frühjahr.

Unsere Vision

Leidenschaft für Pflanzen

Wir haben die Vision einer lebendigen Welt — voller Vielfalt, gesunder Böden und köstlicher Früchte.

Eine Welt, in der Mensch und Natur wieder zusammenarbeiten — im Garten, in der Stadt, auf dem Acker.

Wir sind überzeugt: Es gibt keinen echten Mangel. Nur ungenutztes Potenzial und verlorenes Wissen. Wir haben selbst erlebt, wie aus ausgelaugten Böden wieder fruchtbare, artenreiche Lebensräume entstehen — produktiv, widerstandsfähig und voller Leben.

Und genau das bringen wir zurück:

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Seit über 15 Jahren beschäftigen wir uns mit den besten essbaren Pflanzen für das mitteleuropäische Klima — robust, ertragreich und nachhaltig.

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